AUVIO SL-701P
Stand: 15.05.2003




Mit dem Modell 701p bietet die Firma AUVIO einen Progressive-Scan-Player an, der sich gegenüber der vergleichbaren Konkurrenz von XORO (HSD303 und HSD304), Centrum (GEMIMI 300) und Konsorten behaupten muss. Auch der 701p verwendet einen aktuellen PS-fähigen ESS-Chipsatz zur Bilddekodierung und Aufbereitung. Die Unterschiede zwischen diesen Playern sind aufgrund dieser Technik meist nur im Detail, wie beispielsweise Verarbeitung, Laufwerk, Anschlüsse oder Firmware-Version, zu finden. Hinzu kommt noch, daß die PS-Technik längst keine Besonderheit mehr darstellt, da sie technisch relativ einfach zu realisieren ist, und selbst so mancher Billig-Player um ca. 100,- einen PS-Ausgang besitzt.

Zum Thema Progressive-Scan ist noch zu sagen, daß dieser Ausgang, entgegen anderslautender Aussagen, mitnichten die doppelte Auflösung bietet, als der normale TV-interlaced-Modus. Im PS-Betrieb werden lediglich Vollbilder, statt Halbbilder, ausgegeben. Die maximale Auflösung ist nachwier auf 720x576 (PAL) bzw. 720x480 (NTSC) festgelegt. Eine deutliche Verbesserung der Bildqualität bringt der PS-Ausgang erst in Kombination mit einem Videoprojektor, der systembedingt im Vollbildmodus arbeitet. Selbst PS-fähige Fernseher bringen hier nicht immer eine Verbesserung, da der PS-Ausgang das Signal lediglich mit 50Hz (PAL) bzw. 60Hz (NTSC) ausgibt, und das TV-Bild dann deutlich mehr flimmert. Dem Projektor ist das egal, aber ein 100 HZ PS-fähiger Fernseher (Im Test wurde ein Panasonic 16:9 100Hz Modell verwendet) bietet im normalen interlaced Modus bei 100 Hz ein deutlich angenehmeres Bild.

Die Anschlüsse auf der Rückseite:


Im Gegensatz zu den anderen Modellen von XORO oder Centrum wurde beim 701p auf den 5.1 Dekoder verzichtet, sodaß hier natürlich auch die entsprechenden Ausgänge fehlen. Leider lässt sich der Player damit nicht so einfach an ein günstiges aktives 5.1 Boxenset anschliessen, und muss für den vollen Audio-Genuss an einen Dolby-Digital-fähigen Verstärker angeschlossen werden. Das Fehlen des Dekoders ist umso verwunderlicher, da dieser kostentechnisch wahrscheinlich kaum ins Gewicht fallen dürfte, und für manche Kunden ein gewichtiges Verkaufsargument darstellt. Auch wurde auf den VGA-Ausgang verzichtet, den manch ein Konkurrenzprodukt bieten kann. Ansonsten fällt positiv auf, dass die Videoausgänge entkoppelt sind, und sich somit SCART und Fbas/S-Video auch parallel betreiben lassen. Leider ist aber ein paralleler Betrieb von Interlaced und PS-Modus nicht möglich, wie dies beispielsweise beim - mittlerweile doch schon in die Jahre gekommenen - Amoisonic DVD8000 der Fall war.

Die Fernbedienung:




Das Setup

Erwartungsgemäss unterscheiden sich die Setup-Einstellungen praktisch nicht von anderen ESS-basierten Playern. Hier bietet auch der 701p keine Abwechslung. Interessanterweise hat ESS allerdings bei einigen Modellen wie beispielsweise dem Xoro HSD304, auf das Submenü Bildmode verzichtet, beim 701p ist es aber noch vorhanden. Im Gegensatz zu manch einem Billigplayer fällt positiv auf, daß sich sämtliche Spracheinstellungen auch auf Deutsch einstellen lassen. Leider sind aber auch die aktuellen ESS-Player nicht in der Lage analoges und digitales Audio-Signal gleichzeitig ausgeben, was den alternativen Betrieb der TV-Lautsprecher und einem DD51 Verstärker unnötig kompliziert macht.






Audio Einstellungen




Voreinstellungen






DVD-Funktionen

Die Zeiten der schlechten ESS-Bilddekodierung sind längst vorbei. Hier zeigt sich auch der 701p fehlerfrei und liefert ein gutes, scharfes und kontrastreiches Bild. Das Laufwerk ist angenehm leise, und spielt auch alle verfügbaren beschreibbaren DVD-R/RW und DVD+R/RW Medien ab. Allerdings fällt auf, daß es besonders mit den günstigen DVD-RW Medien von PRINCO mehr Probleme gibt, als üblich. In solchen Extremfällen scheint die Fehlerkorrektur nicht ganz so optimal zu funktionieren, was aber eher den Rohlingen anzulasten ist. Immerhin gibt es kaum Probleme mit der bekannten MenInBlack I Fehlpressung, die der Player an den kritischen Stellen erstaunlich gut meistert.

Das Springen zwischen den Kapiteln einer DVD geht ordentlich schnell, auch wenn die Fernbedienung hier nicht ganz optimal aufgeteilt ist. Ergonomie scheint bei den fernöstlichen Herstellern immer noch keine hohe Priorität zu haben. Die Zoom-Funktion bietet eine bis zu vierfache Vergrösserung inklusive Pseudo-Pan/Scan 1,5x an. Allerdings ist die Qualität deutlich schlechter, als beispielsweise bei den OMEGA-DVD-Playern, die hier neben einenm flüssigen Zoom und über 20 Stufen auch noch in extrem guter Qualität interpolieren können. Der 701p ist von Hause aus codefree voreingestellt, sodaß es keine Probleme mit US-DVDs gibt. Mit den zwei Karaoke-Mikrofonanschlüssen bietet der Player noch ein zusätzliches Feature, wobei hier die beiden Lautstärke- und Echo-Regler auf der Frontseite positiv auffallen. Bei vielen anderen Karaoke-Playern müssen diese Einstellungen nur sehr umständlich über ein Bildschirmmenü vorgenommen werden. MiniDVDs spielt der Player leider nicht ab, sondern zeigt nur das SMART NAVI Menü an - ein bekanntes ESS-Problem.

VideoCD und SVCD


ESS-Player sind für ihre umfangreichen VideoCD- und SVCD-Funktionen bekannt. Sie gehörten schon 1999 zu den ersten wirklich tauglichen SVCD-Playern, was sich, abgesehen von ein paar unrühmlichen Ausnahmen, bis heute fortgesetzt hat. Auch der 701p kann hier durchaus überzeugen. Er spielt sowohl mehrsprachige SVCDs, als auch SVCD-Untertitel ab, was aufgrund von unterschiedlichen Firmware-Versionen längst nicht jeder aktuelle ESS-Player kann. Auch hohe Bitraten bis ca. 5000 Kbits machen genauso wenig Probleme wie Zeitsprünge, mit denen so manch ein Konkurrent arg zu kämpfen hat, wenn die SVCD nicht hundertprozentig nach dem Standard erstellt wurde. Allerdings muss hier manchmal die Synchronisation nachträglich korrigiert werden, indem man die Audiospuren einmal durchgeschaltet. Auch die bekannte Digest-Funktion kann der 701p über die INTRO-Taste bieten. Hier kann dem Player durchaus die volle Punktzahl bescheinigt werden, da er alles bietet, was für den VideoCD und SVCD-Betrieb notwendig ist.

MP3-Betrieb

Die Audio-Qualität im MP3-Modus ist ordentlich. Hier zeigt sich auch die Flexibilität der aktuellen ESS Player-Generation, die bis 320 Kbits und VBR alles abspielt, was nach MP3 riecht. Die Navigation wird mit dem bekannten SMART NAVI-System durchgeführt, und leider hat ESS hier in den letzten Jahren kaum Verbesserungen vorgenommen. Immer noch werden lediglich maximal 12 Zeichen je Ordner/Titel angezeigt, was vor allem bei MP3-Titeln, die den Interpreten im Namen enthalten, zur Unbedienbarkeit führt. Extrem störend ist nachwievor, daß während des Abspielvorgangs keinerlei Navigation möglich ist. Als Abspielmodi stehen Titel, Album, Disc, Shuffle, und Programm zur Verfügung. Der SHUFFLE-Modus ist wie üblich nicht wirklich zu gebrauchen, da er die bereits gespielten Titel viel zu oft wiederholt, und auch nur innerhalb eines Ordners funktioniert. Auch der Titelprogrammiermodus ist weit vom Komfort der OMEGA-DVD-Player entfernt, und wirklich nur im Notfall zu gebrauchen, ganz zu schweigen davon, daß eine Bedienung ohne TV erst gar nicht möglich ist. Alles in Allem ist der MP3-Betrieb als zusätzliches Gimmick zu betrachten, da er grundsätzlich funktioniert, aber völlig veraltet ist.


PictureCD, JPEG- und MPEG-Funktionen

Die meisten ESS-Player sind mittlerweile in der Lage über das SMART-NAVI Menü JPEG- und MPEG-Dateien abzuspielen. Dabei bieten sie im JPEG-Modus eine KODAK PictureCD Emulation an, die in den Grundzügen der bekannten DIGEST-Funktion für VideoCD entspricht. Hier werden bis zu neun Bildsymbole je Menüsseite angezeigt, von denen dann mit den Pfeil oder Zahlentasten eins zur Darstellung ausgewählt werden kann. Auch das Rotieren und Zoomen der Bilder ist möglich. Allerdings ist der Zoom (von 0.25 bis 2.00), ähnlich wie im DVD-Betrieb, nur schlecht interpoliert, und berücksichtigt auch nicht die tatsächliche Auflösung des Photos. So erscheinen die Bilder schon bei einer 1.5 fachen Vergrößerung körnig. Alles in allem erfüllt der 701p aber hier die Standard-Vorrausetzungen, und bietet nicht weniger als alle anderen ESS-Player.


Auch das Abspielen von MPEG-Dateien - DivX ist mit dem 701p allerdings nicht möglich - ist eine durchaus sinnvolle Funktion. Allerdings zeigt sich der Player hier ein wenig bockig, was Dateien mit einer Größe von über zwei Gigabyte angeht. Hier verweigert er jegliche Zusammenarbeit. Auch gibt es Probleme beim Abspielen von MPEG-Dateien mit MPEG-Audiospuren von DVD, da hier die passende Tonspur manuell mit der Audio-Taste eingestellt werden muss.

Innenleben






PluspunkteMinuspunkte

  • Gute Bildqualität

  • Codefree und Macrovision OFF voreingestellt

  • Laufwerk liest CD-R/RW, DVD-R/RW und DVD+R/RW

  • Progressiver PAL/NTSC Komponentenausgang (3 x Cinch)

  • Spielt SXVCDs bis zu 720x576 Pixeln und 5000 Kbits

  • Spielt 16:9 SVCDs im PAN/SCAN oder 4:3 Modus

  • Guter MP3 Klang und Kompatibilität (->320 Kbits, VBR)

  • Entkoppelte Video-Ausgänge

  • flaches und stabiles Design

  • Karaoke Funktion


  • Keine PAL60 Ausgabe

  • Kein paralleler Analog- und Digital-Audio Betrieb

  • Kein paralleler RGB und S-Video/Fbas Betrieb

  • Kein PS-VGA-Ausgang

  • Vergleichsweise wenige Anschlüsse

  • MP3 Funktionen veraltet und umständlich

Fazit:

Grundsätzlich unterscheiden sich die PS-fähigen DVD-Player mit ESS Chipsatz kaum voneinander. Auch der AUVIO 701p macht hier keine wirkliche Ausnahme. Besonders positiv fallen die robuste Verarbeitung und das durchaus als leise zu bezeichnende Laufwerk auf. Insgesamt kann auch die Medien-Tauglichkeit und Kompatibilität zu verschiedenen Formaten ebenfalls überzeugen. Das Fehlen des VGA-Ausgangs und eines 5.1 Dekoders lässt ihn allerdings ein wenig hinter den anderen Modellen, insbesondere dem Xoro HSD303 zurückfallen. Im Vergleich zu den Standard-ESS-Playern, die zu Teil knapp die Hälfte kosten kann der 701p praktisch nur seine Optik und den PS-Ausgang in die Waagschaale werfen. Auch hier gilt: Wer keinen Projektor hat, und sich auch keinen anschaffen möchte, der braucht auch keinen PS-Ausgang. Das Bild auf dem Fernseher wird dadurch nicht besser. Für Projektor-Besitzer allerdings ist der AUVIO 701p eine durchaus interessante Alternative, wobei hier das gelungene Design und der recht problemlose DVD-Betrieb besonders hervorzuheben ist.

Links:

Bezugsquelle: AUVIO Homepage

Fragen, Anregungen, Ergänzungen?

Einfach Email an:auvio@dv-rec.de

Anmerkung: Die Email an o.g. Adresse geht nicht zum Hersteller des Players!

(c) 2002 Artemis
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